Website Relaunch: Checkliste & Anleitung 2026
Die komplette Anleitung für deinen Website-Relaunch: Warnsignale, 8-Wochen-Zeitplan, Rollen, SEO-Relaunch-Checkliste mit URL-Mapping und eine Checkliste zum Abhaken.
Eine Website ist kein einmaliges Projekt – sie muss mit deinem Unternehmen wachsen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Relaunch? Und wie stellst du sicher, dass dabei nichts schiefgeht?
In diesem Ratgeber bekommst du einen klaren 5-Phasen-Plan, eine Checkliste zum Abhaken und erfährst, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Warnsignale: Braucht deine Website einen Relaunch?
Nicht jede Website braucht einen kompletten Relaunch. Aber wenn mehrere dieser Warnsignale zutreffen, wird es Zeit:
- Veraltetes Design: Deine Website sieht aus wie 2018. Trends ändern sich – und Besucher merken, wenn eine Seite nicht mehr zeitgemäß ist.
- Nicht mobiloptimiert: Über 60% der Besucher kommen übers Smartphone. Wenn deine Seite mobil schlecht funktioniert, verlierst du Kunden.
- Langsame Ladezeiten: Mehr als 3 Sekunden? Die meisten Besucher sind dann schon weg. Google straft langsame Seiten ab.
- Sinkende Google-Rankings: Deine Website rutscht in den Suchergebnissen ab. Das kann an veralteter Technik, fehlendem Content oder schlechter Performance liegen.
- Hohe Absprungrate: Besucher verlassen deine Seite sofort wieder. Das deutet auf schlechte User Experience oder irrelevante Inhalte hin.
- Keine Leads/Anfragen: Deine Website bringt keine Kunden. Kontaktformulare werden nicht genutzt, das Telefon klingelt nicht.
- Schwer zu pflegen: Jede kleine Änderung kostet Zeit oder Geld. Das CMS ist veraltet oder zu kompliziert.
- Sicherheitsprobleme: Veraltete Plugins, kein SSL oder bereits gehackt worden. Sicherheit darf nicht vernachlässigt werden.
Relaunch vs. Redesign vs. Optimierung
Bevor du loslegst: Brauchst du wirklich einen kompletten Relaunch? Hier die Unterschiede:
| Optimierung | Redesign | Relaunch | |
|---|---|---|---|
| Was ändert sich? | Technik & Performance | Design & UX | Alles (Technik + Design + Inhalte) |
| Umfang | Klein | Mittel | Groß |
| Dauer | 1–2 Wochen | 2–4 Wochen | 4–8 Wochen |
| Kosten | 500 – 1.500 € | 1.500 – 3.000 € | 2.000 – 8.000 € |
| SEO-Risiko | Gering | Mittel | Hoch (wenn falsch gemacht) |
| Wann sinnvoll? | Technik veraltet, aber Design ok | Design veraltet, Technik ok | Beides veraltet oder strategische Neuausrichtung |
Die 5 Phasen eines Website-Relaunches
Ein professioneller Relaunch folgt einem klaren Prozess. Hier der 5-Phasen-Plan:
Phase 1: Analyse & Bestandsaufnahme (Woche 1)
- Aktuelle Website analysieren (Traffic, Rankings, Probleme)
- Ziele für den Relaunch definieren
- Wettbewerber analysieren
- Bestehende URLs und Inhalte dokumentieren
- SEO-relevante Seiten identifizieren (Top-Rankings sichern)
Phase 2: Konzept & Struktur (Woche 2)
- Neue Seitenstruktur (Sitemap) planen
- User Journey und Conversion-Ziele festlegen
- Wireframes für wichtige Seiten erstellen
- Content-Plan: Welche Inhalte bleiben, welche sind neu?
- URL-Struktur planen und Weiterleitungen (301) vorbereiten
Phase 3: Design & Entwicklung (Woche 3–5)
- Design-Entwürfe erstellen und abstimmen
- Responsive Umsetzung (Mobile-First)
- CMS einrichten und konfigurieren
- Inhalte einpflegen und optimieren
- SEO-Grundlagen implementieren (Meta-Tags, Überschriften, Alt-Texte)
Phase 4: Testing & QA (Woche 5–6)
- Cross-Browser-Tests (Chrome, Firefox, Safari, Edge)
- Mobile-Tests auf verschiedenen Geräten
- Ladezeiten prüfen und optimieren
- Alle Formulare und Funktionen testen
- DSGVO-Check (Cookie-Banner, Datenschutz, Impressum)
- 301-Weiterleitungen einrichten und testen
Phase 5: Launch & Monitoring (Woche 6+)
- Go-Live (idealerweise nicht freitags!)
- Google Search Console: Sitemap einreichen
- Alle Weiterleitungen live prüfen
- Analytics-Tracking verifizieren
- Performance nach dem Launch überwachen
- Rankings in den ersten Wochen beobachten
Relaunch-Zeitplan: 8 Wochen im Überblick
So sieht der Projektplan für eine Unternehmens-Website mit 10 bis 30 Seiten aus. Kleinere Seiten schaffen es in 4 bis 5 Wochen, Online-Shops brauchen 10 bis 12.
| Woche | Was passiert | Wer liefert |
|---|---|---|
| 1 | Analyse: Search-Console-Export, URL-Liste, Top-Seiten, Ziele, Wettbewerb | Webdesigner, Inhaber gibt Ziele vor |
| 2 | Konzept: neue Seitenstruktur, URL-Mapping alt → neu, Content-Plan, Wireframes | Webdesigner, Inhaber gibt Struktur frei |
| 3 | Design: Entwurf Startseite und eine Innenseite, Abstimmung | Webdesigner, Inhaber gibt Design frei |
| 4–5 | Umsetzung: Templates, CMS, Inhalte einpflegen, Formulare, Rechtstexte | Webdesigner, Inhaber liefert Texte und Fotos |
| 6 | Testing: Browser, Mobil, Ladezeit, Formulare, DSGVO, Weiterleitungen auf der Testumgebung | Webdesigner, Inhaber testet mit |
| 7 | Freigabe und Go-Live an einem Dienstag oder Mittwoch, Sitemap einreichen, Weiterleitungen live prüfen | Webdesigner |
| 8+ | Monitoring: Search Console täglich, 404-Fehler, Rankings, Indexierung – vier Wochen lang | Webdesigner, Bericht an Inhaber |
Der Engpass ist fast nie die Technik, sondern Woche 4 und 5: fehlende Texte, fehlende Fotos, späte Freigaben. Wer Inhalte vor Projektstart sammelt, spart zwei Wochen.
Wer macht was: Rollen im Relaunch
Auch bei einem kleinen Projekt gibt es vier Rollen. Bei einem Freelancer-Projekt übernehme ich drei davon – die vierte bleibt bei dir:
- Projektleitung: Zeitplan, Abstimmungen, Freigaben einholen. Bei mir: ich.
- Design und Entwicklung: Konzept, Entwurf, Umsetzung, Technik, Weiterleitungen, SEO. Bei mir: ich.
- Inhalte: Texte, Fotos, Preise, Rechtsangaben. Das kann ich übernehmen, aber die Fakten kommen von dir – und zwar früh.
- Freigabe und Test: Du prüfst Struktur, Design und die fertige Seite auf der Testumgebung. Dafür brauchst du je Freigabe ein bis zwei Stunden, insgesamt drei Termine.
Bei Agenturprojekten kommen Projektmanager, Texter und Entwickler als getrennte Personen dazu – das kostet Abstimmung und ist der Grund, warum Agentur-Relaunches oft doppelt so lange dauern.
SEO-Relaunch-Checkliste: Rankings behalten
Ein Relaunch verliert Rankings fast immer aus demselben Grund: Alte Adressen führen ins Leere oder pauschal auf die Startseite. Google wertet das als „Seite weg“ und vergibt die Position neu – an den Wettbewerb. Die Schritte, die das verhindern:
1. Alle alten URLs erfassen
Aus drei Quellen: Search Console (Leistung → Seiten, 16 Monate, Export), Sitemap der alten Seite, Crawl mit einem Tool wie Screaming Frog. Ergebnis: eine Tabelle mit jeder alten URL, ihren Klicks und Impressionen.
2. URL-Mapping alt → neu
Für jede alte URL genau eine neue. Nicht „alle Blogartikel auf die Blogübersicht“ – das ist für Google ein Soft-404. Beispiel:
| Alte URL | Neue URL | Grund |
|---|---|---|
| /leistungen/webdesign.html | /leistungen/webseite-erstellen | gleiche Leistung, neuer Pfad |
| /blog/was-kostet-eine-website | /ratgeber/was-kostet-eine-website | Blog heißt jetzt Ratgeber |
| /team/max-mustermann | /ueber-uns | Seite entfällt, nächstliegende Seite |
| /aktionen/sommer-2019 | – (410 Gone) | veraltet, kein Ersatz |
Seiten ohne sinnvollen Nachfolger bekommen einen 410 (dauerhaft entfernt) statt einer Weiterleitung auf die Startseite.
3. 301, nicht 302
301 heißt „dauerhaft umgezogen“ – Google überträgt das Ranking. 302 heißt „vorübergehend“ – Google behält die alte URL im Index und wartet. Viele Systeme setzen standardmäßig 302; das musst du prüfen. Ein Aufruf mit curl -I alte-url zeigt den Statuscode.
4. Titles, H1 und interne Links der Top-Seiten erhalten
Die Seiten mit den meisten Klicks aus Schritt 1 sind dein Kapital. Ihr Title, ihre Hauptüberschrift und die Links, die auf sie zeigen, sollten sich möglichst nicht ändern – oder nur besser werden.
5. Vor dem Go-Live testen, nach dem Go-Live prüfen
Auf der Testumgebung jede Weiterleitung aus dem Mapping aufrufen. Nach dem Go-Live: Sitemap in der Search Console einreichen, nach 48 Stunden den Bericht „Seiten“ auf 404-Fehler prüfen, nach einer Woche und nach vier Wochen Rankings vergleichen.
Relaunch-Checkliste
Zum Abhaken – der Stand wird in deinem Browser gespeichert. Mit dem Button unten kannst du die Liste ausdrucken oder als PDF sichern.
- Aktuelle Website-Performance analysiert (PageSpeed, Core Web Vitals)
- Google Analytics / Search Console Daten exportiert
- Alle bestehenden URLs dokumentiert
- Top-rankende Seiten identifiziert
- Neue Seitenstruktur geplant
- Wireframes erstellt und abgestimmt
- URL-Mapping alt → neu für jede Adresse erstellt
- Seiten ohne Nachfolger als 410 markiert
- Design-Entwürfe fertig und abgestimmt
- Mobile-First Responsive umgesetzt
- Alle Inhalte eingepflegt und geprüft
- Meta-Titles und Descriptions geschrieben
- Alt-Texte für alle Bilder vergeben
- Interne Verlinkung geprüft
- Kontaktformular getestet
- DSGVO-Check: Cookie-Banner, Datenschutz, Impressum
- Cross-Browser-Tests durchgeführt
- Ladezeit unter 3 Sekunden
- SSL-Zertifikat aktiv
- 301-Weiterleitungen eingerichtet (kein 302) und auf der Testumgebung geprüft
- XML-Sitemap erstellt
- robots.txt korrekt konfiguriert
- favicon und Social-Media-Bilder (OG-Tags) gesetzt
- Google Search Console: neue Sitemap eingereicht
- Analytics-Tracking verifiziert
- Backup der alten Website erstellt
- Go-Live durchgeführt
- Alle Weiterleitungen nach Launch geprüft
- Rankings nach 1 Woche gecheckt
- Rankings nach 4 Wochen gecheckt
Die 7 häufigsten Relaunch-Fehler
Ein Relaunch kann nach hinten losgehen, wenn grundlegende Dinge vergessen werden. Hier die häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest:
1. Keine 301-Weiterleitungen
Der häufigste und schwerwiegendste Fehler. Wenn sich URLs ändern und keine Weiterleitungen eingerichtet werden, verlierst du deine Google-Rankings über Nacht. Jede alte URL muss auf die neue Entsprechung weiterleiten.
2. SEO-Analyse vergessen
Viele starten den Relaunch, ohne vorher zu wissen, welche Seiten gut ranken. Diese Seiten müssen besonders geschützt werden – URL, Content und interne Verlinkung sollten möglichst erhalten bleiben.
3. Content 1:1 übernehmen
Ein Relaunch ist die perfekte Gelegenheit, Inhalte zu überarbeiten. Einfach den alten Content in das neue Design zu kippen, verschenkt Potenzial. Überprüfe jeden Text: Ist er noch aktuell? Ist er für deine Zielgruppe relevant?
4. Keine Testphase
Direkt von der Entwicklung zum Go-Live ohne gründliches Testing. Formulare funktionieren nicht, Links sind kaputt, Bilder fehlen. Plane mindestens eine Woche für Tests ein.
5. Launch am Freitag
Klingt banal, ist aber ein Klassiker. Wenn am Freitagnachmittag etwas schiefgeht, muss das ganze Wochenende improvisiert werden. Plane den Launch für einen Dienstag oder Mittwoch.
6. Kein Monitoring nach dem Launch
Nach dem Go-Live ist die Arbeit nicht vorbei. In den ersten Wochen solltest du Rankings, Traffic und Fehlermeldungen in der Search Console eng überwachen.
7. Kein Backup der alten Seite
Erstelle vor dem Relaunch ein vollständiges Backup der alten Website. Falls etwas schiefgeht, kannst du schnell zum alten Stand zurückkehren.
Vorher messen: Ladezeit und DSGVO
Zwei Dinge kannst du vor dem Relaunch selbst prüfen – und danach vergleichen: PageSpeed Insights für die Core Web Vitals der alten und der neuen Seite und den DSGVO-Check mit 33 Prüfpunkten, damit der Relaunch keine Abmahnung mitbringt.
Relaunch geplant?
Ich begleite dich durch alle 5 Phasen – von der Analyse bis zum erfolgreichen Launch: Website optimieren lassen oder kostenlos beraten lassen.
Häufige Fragen
Verliere ich meine Google-Rankings durch einen Relaunch?
Nicht, wenn der Relaunch professionell durchgeführt wird. Mit sauberen 301-Weiterleitungen, erhaltener Content-Qualität und technischer SEO-Optimierung kannst du deine Rankings halten oder sogar verbessern. Kurzfristige Schwankungen (2–4 Wochen) sind normal.
Wie lange dauert ein Website-Relaunch?
Ein typischer Relaunch dauert 4–8 Wochen, abhängig vom Umfang. Eine einfache Business-Website ist schneller, ein komplexer Online-Shop braucht mehr Zeit. Wichtig: Nicht hetzen – ein schlecht geplanter Relaunch richtet mehr Schaden an als eine Verzögerung.
Was kostet ein Website-Relaunch?
Abhängig vom Umfang zwischen 2.000 und 8.000 €. Eine detaillierte Kostenübersicht findest du in unserem Ratgeber "Was kostet eine Website?". Bei mir bekommst du ein transparentes Festpreisangebot.
Kann ich den Relaunch selbst machen?
Grundsätzlich ja, aber es birgt Risiken – besonders bei SEO und Weiterleitungen. Ein vergessenes 301-Redirect kann Rankings kosten, die Jahre aufgebaut wurden. Für geschäftskritische Websites empfehle ich professionelle Unterstützung.
Was gehört in eine SEO-Relaunch-Checkliste?
Vier Dinge: eine vollständige Liste aller alten URLs mit Klicks und Impressionen aus der Search Console, ein URL-Mapping alt → neu für jede einzelne Adresse, 301-Weiterleitungen (nie 302, nie pauschal auf die Startseite) und ein Test aller Weiterleitungen vor und nach dem Go-Live. Dazu Titles, Überschriften und interne Links der wichtigsten Seiten erhalten.
Wie lange dauert ein Relaunch realistisch?
Für eine Unternehmens-Website mit 10 bis 30 Seiten acht Wochen, wenn Inhalte und Freigaben zügig kommen. Der Zeitplan im Artikel zeigt, was in welcher Woche passiert. Die häufigste Verzögerung sind fehlende Texte und Fotos – nicht die Technik.
Sollte ich beim Relaunch auch das CMS wechseln?
Das hängt von deiner aktuellen Situation ab. Wenn dein CMS veraltet, unsicher oder zu eingeschränkt ist, kann ein Wechsel sinnvoll sein. Der Relaunch ist der perfekte Zeitpunkt dafür – aber plane den Content-Umzug sorgfältig.