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Die 7 SEO-Fehler, die ich bei kleinen Unternehmen immer wieder sehe

Doorway-Pages, Kannibalisierung, 302 statt 301, dünne Inhalte, kein Google-Profil: die sieben Fehler, die kleine Unternehmen Sichtbarkeit kosten – mit Belegen aus der Search Console.

Ich sehe seit 2019 die Search-Console-Daten kleiner Unternehmen in Sachsen – Handwerker, Praxen, Kanzleien, Vermieter. Die Fehler wiederholen sich, und die meisten sind nicht technisch, sondern strategisch. Einige davon habe ich auf der eigenen Website gemacht, mit Zahlen, die ich hier offenlege, weil sie mehr sagen als jede Theorie.

Fehler 1: Stadtseiten mit ausgetauschtem Ortsnamen

Der Klassiker: „Webdesign Pirna“, „Webdesign Heidenau“, „Webdesign Bautzen“ – neun Seiten, jede 300 Wörter, unterschieden nur durch den Ortsnamen. Die Idee: für jeden Ort ranken. Die Realität: Google erkennt solche Doorway-Pages und wertet nicht nur die Seiten ab, sondern die ganze Domain.

Meine eigenen Zahlen: Neun Standortseiten, sechs Monate online, zusammen 170 Impressionen, null Klicks. Google hat vier davon nach einer Probezeit wieder aus dem Index genommen, eine hat es nie hineingeschafft. Gleichzeitig ist die Startseite – die für „Webdesign Pirna“ auf Platz 1 bis 2 stand – auf Platz 6 bis 12 gerutscht.

Lösung: Eine Standortseite nur, wenn du dort etwas Eigenes hast – Büro, Kunden, Referenzen, eine echte Anfahrtsbeschreibung. Sonst: Orte im Text der Startseite und in Referenzen nennen, Adresse im Footer, Google-Profil pflegen. Wie lokale Sichtbarkeit ohne Doorway-Pages funktioniert: Local SEO in Sachsen.

Fehler 2: Branchenseiten ohne Substanz

Die Variante für Branchen: „Webdesign für Friseure“, „für Ärzte“, „für Steuerberater“ – zwölf Seiten nach einem Schema, je 40 Wörter eigener Text, der Rest aus identischen Kacheln und vier FAQ-Fragen.

Meine Zahlen: Zwölf Branchenseiten, 8.800 Impressionen, vier Klicks in 16 Monaten. Nach vier Monaten Probe-Ranking hat Google die Impressionen um 98 % gekürzt und die stärkste Seite – 5.900 Impressionen – aus dem Index genommen.

Der Grund: Die Seiten zielten auf bundesweite Begriffe („Friseur Website erstellen lassen“) und traten dort gegen Anbieter mit hunderten Backlinks an – mit 300 Wörtern.

Lösung: Wenige Seiten, jede mit 1.200 bis 1.800 Wörtern, echter Referenz, Preisrahmen, den Werkzeugen der Branche und regionaler Zuspitzung. Fünf solche Seiten schlagen zwölf Platzhalter. Das Ergebnis dieses Umbaus siehst du unter Branchen.

Fehler 3: Mehrere eigene Seiten für denselben Suchbegriff

Kannibalisierung: Für „SEO Pirna“ konkurrierten auf meiner Website sieben eigene URLs – Startseite, zwei Leistungsseiten, Standortseite, ein alter Blogartikel und zwei Varianten derselben Leistung. Google musste wählen, wählte die Startseite, und die anderen sechs sammelten Impressionen auf Position 40 bis 90 ein – als Qualitätssignal nach unten.

Lösung: Pro Suchbegriff genau eine Seite. Search Console öffnen, Bericht „Leistung“, Suchbegriff filtern, Tab „Seiten“: Stehen dort mehrere eigene URLs, zusammenlegen. Die schwächeren per 301 auf die stärkste, Inhalte übernehmen, Titles der anderen Seiten so ändern, dass sie nicht mehr um denselben Begriff konkurrieren.

Fehler 4: 302 statt 301 – und pauschale Weiterleitungen

Beim Relaunch ändern sich URLs. Zwei Fehler, die ich fast bei jedem Relaunch sehe und selbst gemacht habe:

  • 302 statt 301. 302 heißt „vorübergehend“. Google behält die alte URL im Index, überträgt kein Ranking und wartet. Viele Systeme setzen 302 als Standard.
  • Pauschal auf eine Übersichtsseite. Alle alten Blogartikel auf „/blog“ oder die Startseite. Für Google ist das ein Soft-404: Die Seite ist weg, das Ranking auch.

Meine Zahlen: Nach dem Umzug aller Blogartikel per 302 auf die Ratgeber-Übersicht fielen deren Impressionen in sechs Wochen von 724 auf 1. Darunter waren die drei am besten rankenden Seiten der Domain.

Lösung: Jede alte URL einzeln auf die passende neue, mit 301. Seiten ohne Nachfolger bekommen 410. Vorher testen, nachher prüfen. Die vollständige Liste: SEO-Relaunch-Checkliste.

Fehler 5: Das Google-Unternehmensprofil vernachlässigen

Bei lokalen Suchen bekommt der Kartenblock mehr Klicks als alle organischen Ergebnisse zusammen. Trotzdem ist das Profil bei den meisten kleinen Betrieben unvollständig: falsche Kategorie, drei Fotos, Öffnungszeiten von 2022, unbeantwortete Bewertungen.

Auf der eigenen Website sehe ich das in der Mobil-CTR: Auf Platz 1,7 für „Webdesign Pirna“ klicken nur 3,6 % – weil die anderen im Kartenblock landen. Der Hebel dort ist nicht der Title, sondern das Profil.

Lösung: Hauptkategorie exakt, alle Leistungen, 20 Fotos, Öffnungszeiten mit Feiertagen, jede Bewertung beantwortet, zwei Beiträge im Monat. Anleitung: Google-Unternehmensprofil einrichten.

Fehler 6: Impressionen für Erfolg halten

„Wir haben 5.000 Impressionen im Monat“ – und 12 Klicks. Impressionen sind kein Erfolg, und bei lokalen Begriffen sind sie oft nicht einmal echt: Rank-Tracking-Tools von Agenturen und Wettbewerbern erzeugen Desktop-Impressionen ohne Klicks, gleichmäßig über alle Wochentage.

Meine Zahlen: „Webagentur Pirna“, 3.200 Desktop-Impressionen in 16 Monaten, null Klicks, Sonntag wie Mittwoch. Das ist kein Mensch, das ist ein Skript. Die Mobil-Impressionen desselben Begriffs: 326 – das ist der echte Markt.

Lösung: Klicks messen, nicht Impressionen. Mobil-CTR statt Gesamt-CTR. Und die Marktgröße realistisch einschätzen: Für „Branche + Kleinstadt“ gibt es 20 bis 50 echte Suchen im Monat. Platz 1 bringt davon fünf bis zehn Besuche. Wer mehr will, braucht mehr Begriffe – nicht mehr Impressionen.

Fehler 7: Schreiben für Google statt für Menschen

Texte, die nach Suchbegriffen klingen: „Als Webdesigner Pirna biete ich Webdesign in Pirna für Kunden aus Pirna.“ Google versteht seit Jahren, worum es auf einer Seite geht, ohne dass der Begriff fünfmal vorkommt – und bewertet Seiten danach, ob sie eine Frage beantworten.

Lösung: Jede Seite beantwortet eine konkrete Frage vollständig: Was kostet es, wie läuft es ab, was brauche ich, was kann schiefgehen. Mit Zahlen, Beispielen, Tabellen. Der Suchbegriff steht im Title und in der Hauptüberschrift, im Text steht die Antwort. Die Seiten, die auf dieser Website tatsächlich Klicks bringen, sind genau die: Ratgeber zu Kosten, DSGVO, Relaunch – nicht die Seiten mit dem meisten „Pirna“.

Die Reihenfolge, wenn du alles auf einmal siehst

  1. Weiterleitungen prüfen und reparieren – schnellster Effekt.
  2. Kannibalisierung beseitigen – Seiten zusammenlegen.
  3. Doorway-Seiten löschen oder mit Substanz füllen.
  4. Google-Unternehmensprofil vollständig machen.
  5. Die drei wichtigsten Seiten ausbauen: Frage, Antwort, Zahlen.
  6. Messung umstellen: Klicks, Mobil-CTR, indexierte Seiten.

Alles davon steht in der Search Console, alles davon kostet vor allem Zeit. Wer sie nicht hat: Eine SEO-Analyse mit priorisierter Liste gibt es bei mir für 200 € – Details auf der Seite SEO in Sachsen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob meine Website SEO-Fehler hat?

An der Google Search Console, kostenlos. Drei Berichte reichen: „Leistung“ (Klicks und Positionen), „Seiten“ (was ist indexiert, was nicht, warum) und „Core Web Vitals“. Wer dort viele Impressionen ohne Klicks, Seiten mit „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ oder mehrere eigene URLs für denselben Suchbegriff sieht, hat mindestens einen der sieben Fehler.

Wie schnell wirken die Korrekturen?

Technische Fixes – Weiterleitungen, Zusammenlegen von Seiten – innerhalb von zwei bis sechs Wochen. Neue oder ausgebaute Inhalte brauchen zwei bis vier Monate. Das Google-Unternehmensprofil wirkt in Tagen.

Soll ich schlechte Seiten löschen oder verbessern?

Verbessern, wenn es echte Nachfrage gibt und du etwas Eigenes zu sagen hast. Löschen und weiterleiten, wenn die Seite nur existiert, um einen Suchbegriff abzudecken. Als Faustregel: Weniger Seiten mit Substanz schlagen viele Seiten ohne.

Brauche ich ein SEO-Tool?

Für ein kleines Unternehmen nicht. Search Console, das Google-Unternehmensprofil-Dashboard und ein Blick in die eigene Website reichen. Kostenpflichtige Tools lohnen sich ab dem Punkt, an dem du regelmäßig Inhalte produzierst und Wettbewerber beobachtest.

In zwei Minuten weißt du, was deine Website kostet.